Mantel-Titelbild

Neue Mäntel braucht das Land

Vor einigen Wochen schickte Vanessa, die meine Leidenschaft zum Nähen teilt, mir ein Bild von einem Stoff, der nach ihren Worten „genau zu mir passte“. Und tatsächlich: Der Stoff überzeugte mich durch seine zwei Seiten, eine flauschig wie bei Alpenfleece, die andere wie glatter Jersey und fast schon ein wenig glänzend, dazu mit einem ausgefallenen Muster; perfekt für eine Jogging-Hose oder andere Wohlfühl-Klamotten.

Als ich mich dann endlich entschieden hatte, den Stoff zu kaufen, war er schon fast ausverkauft und in Bergisch Gladbach nicht mehr vorrätig. Die lieben KomMode-Mitarbeiterinnen brachten den Stoff dann aber aus Nümbrecht, sodass ich noch genug Stoff für ein cooles Projekt bekam.

In Alex’ Mantel aus dem letzten Post bin ich ja immer noch verschossen, deshalb entschied ich mich, auch aus diesem Stoff einen Mantel zu nähen, diesmal aber für mich. Die Herausforderung, die ich bei diesem Projekt an mich stellen wollte, war, einen Reißverschluss einzunähen.

Als Schnitt nutze ich die abgeänderte Form des Shirt-Schnitts, die ich auch schon bei Alex’ Mantel genutzt hatte. Der einzige Unterschied wurde die längere Kante für den Reißverschluss.

Leider fiel mir erst ganz spät abends auf, dass ich noch gar keinen Reißverschluss zu Hause hatte. Ich hoffte, beim Center Shop um die Ecke zu dieser Zeit noch etwas Vernünftiges zu finden. Die Auswahl war aber ziemlich beschränkt und ich kaufte schließlich den einzigen langen, schwarzen Reißverschluss, der vorrätig war in der Hoffnung, dass er passe.

Der Reißverschluss war natürlich 15 cm zu kurz… Ich setzte ihn deshalb so ein, dass er ein Stück unter der Kapuze anfängt und der Mantel unten ein Stück offen ist. Der Effekt ist eigentlich ganz cool geworden!! Man muss manchmal nur kreativ sein und sich zu helfen wissen!

Wie Ihr wisst, nähe ich noch nicht so lange, deshalb war ich auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Geheimnisse der Näh-Füßchen eingeweiht – der Reißverschluss ist demnach mit einem ganz normalen Füßchen eingenäht und dementsprechend schief.

Reissverschluss des Mantels

Die Technik war auch nicht „die Richtige“, sondern ein wenig geschummelt: erst habe ich die Kante rechts auf rechts mit dem Reißverschluss verbunden, dann umgeklappt und eine Ziernaht gesetzt. Der nächste Reißverschluss – habe ich mir selbst versprochen – wird allerdings „richtig“ eingenäht!

An der unteren Kante des Mantels habe ich den Stoff gar nicht umgenäht. Er franst nicht und ich mag den Effekt, den Stoff ohne Saum hat.

Die Ärmel habe ich umgeschlagen, sodass es noch einen weiteren plüschigen Effekt gibt.

naht-am-Armel-des-Mantels

Die Kapuze ist auch nach innen umgeschlagen und mit einem Zickzack-Stich versäubert. Dadurch steht der Saum auch nicht ab.

Die Zickzack-Pfuscherei nervt mich wirklich langsam. Es muss eine Coverlock-Maschine her!!

naht-der-Kapuze-des-Mantels

Ich plane bei dem Mantel noch seitliche Taschen, die kann ich aber ja auch ohne Probleme später noch anbringen. Leider verfilzt der Stoff ein wenig beim Waschen, mit einem Fusselrasierer kann man dieses Problem aber leicht beseitigen.

Für, die sich wundern, ich habe es heute leider nicht geschafft ein Video zu machen. Man unterschätzt sehr leicht die Zeit, die man dafür braucht…

 

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