Aus Shirt von Pattydoo Mach Tobi-Näht Mantel

Der Winter kommt – Aus T-Shirt mach Mantel

Nach der Entchen-Hose wollte Alex mehr… also sind wir gemeinsam in die KomMode gefahren und haben nach neuen Stoffen gesucht. Dort haben wir diesen grandiosen Plüsch-Stoff mit Schlangenmuster gefunden. Alex war direkt begeistert und entschied sich, dass ich ihm daraus einen Mantel machen sollte. Er war schon lange auf der Suche nach einem ausgefallenen Kleidungsstück, das trotzdem im normalen Leben gut tragbar ist.

Der Schlangen-Muster-Plüsch-Stoff

Natürlich haben wir – schusselig wie wir manchmal und besonders im Stoff-Rausch sind – ein passendes Schnittmuster vergessen. Da ich viel zu ungeduldig bin, musste improvisiert werden. Das stellte sich aber als gar nicht so schwierig heraus, da Alex sehr präzise und genaue Vorstellungen davon hatte, was er wollte. Ich konnte mir seine Idee gar nicht vorstellen und war auch noch sehr skeptisch dem Stoff gegenüber. Doch sein Enthusiasmus überzeugte mich wieder einmal 😉 Alex fungiert wunderbar als Muse und Ideengeber.

Das war jetzt allerdings das erste Teil, das ich für jemand anderen als mich selber nähte. Es war insgesamt eine recht anstrengende Erfahrung, aber durch Alex klare Vorstellungen auch sehr produktiv.

Als Schnittmuster entschieden wir uns für „Tom“ von „pattydoo“. Ja, ich weiß, eigentlich ist dieses Muster ein T-Shirt-Muster . Deshalb wurde ordentlich verändert:

Ich habe für die Verlängerung aus Pappe ein Dreieck gezeichnet und auf Seidenpapier übertragen. Das habe ich dann über das Schnittmuster gelegt, sodass die Verlängerung natürlich aussieht, mit Tesafilm fixiert und den Stoff mit dem Rollschneider ausgeschnitten.

Der Stoff fusselt – wie die meisten Fellstoffe – natürlich waaahnsinnig. In der KomMode haben die Damen so einen coolen Tisch-Staubsauger. Sowas bräuchte ich eigentlich auch! Stattdessen hatte ich dann den normalen Staubsauger beim Nähen neben mir stehen.  Die Nahtzugabe habe ich aus Vorsicht etwas breiter ausgeschnitten. Der Stoff ist so dick, dass ich mir schon gedacht habe, dass die Nahtzugabe beim klassischen Umschlagen eine zu dicke „Wurst“ erzeugt.

Um das ganze einfacher – aber langwieriger – zu gestalten, entschieden Alex und ich uns für Schrägstreifen um den Mantel herum. Also habe ich Stoffstreifen im schrägen Fadenlauf ausgeschnitten und mit Zickzack „versäubert“.

Ich musste so oft nacharbeiten ...

Eine Coverlock wäre mal wieder sooo schön gewesen 😉

Als der Mantel fertig war, habe ich ihn natürlich – neugierig wie ich bin – sofort angezogen und war sehr konsterniert, dass er so eng war! Ein Schock!!! Aber Alex ist ein bisschen schmaler als ich, ihm passte der Mantel perfekt.

Danach nähte ich noch einige Male über die Schrägstreifen des Mantels, weil der Fellstoff sehr resistent ist und die Nähte noch nicht so wirklich halten wollten. Ich musste sehr oft von Hand nachhelfen, oder mit der Maschine noch mal drüber gehen.

Und noch mal über die Naht

Der Mantel war so aber noch nicht fertig, ich wollte ihn gerne noch etwas aufpeppen. Dafür nutzte ich den grauen Stoff von meinem ersten Pullover.

Ich habe auf Seidenpapier große, längliche Dreiecke gemalt und diese dann auf den grauen Stoff übertragen. Diese Dreiecke habe ich dann in die unteren Nähte der Ärmel genäht. Außerdem habe ich die Kapuze ein zweites Mal aus dem grauen Stoff genäht und diese damit gefüttert. So hat der Mantel noch ein paar freche Details.  Dieser Schritt war allerdings sehr schwer, weil die Stoffe so unterschiedlich dick sind. Viele Stellen habe ich deshalb mit der Hand nachgenäht.

Unter dem Ärmel des Mantels

Leider ist Mantel vor dem Shooting im Trockner gelandet, was das Schlangen-Muster ein wenig aufgelöst hat :-(. Man merke also, Plüsch-Stoffe niemals in den Trockner packen …

Am Ende brauchte der Mantel noch einen Aufhänger. Den habe ich aus einem Stoffstreifen geschnitten, den ich zu einem langen Tunnel verarbeitete und versäuberte und dann mit einem Federstich an der Jacke befestigte. Später habe ich gelernt, dass man den Tunnel eigentlich so näht, dass man ihn nachher umdreht und die Naht verschwindet. Das werde ich beim nächsten Mal machen!

Der Aufhänger des selbstgenähten Mantels

Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen! Der Mantel steht Alex super und – er zieht ihn gerne und oft an! Das ist das größte Lob, was er mir geben kann und macht mich wahnsinnig stolz!

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